Sonderausstellung im Juister Inselmuseum zum 90jährigen Jubiläum vom SKJ
Das Inselmuseum bietet in diesem Jahr eine neue Sonderausstellung unter dem Titel „ Ein dreifach „Gode Wind“ – 90 Jahre Segelklub Juist“ an. Damit erhält man einen guten Einblick in 90 Jahre Segel- und Wassersport auf Juist.
Im März fand die Eröffnung statt, zu der alle SKJ-Mitglieder eingeladen waren und viele waren auch dabei. Dazu gab es Sekt, Bier und die Hafenkommission hatte den Grill ins Loog mitgenommen und in Gang gesetzt.
„Uns hat die Vorbereitung für diese Ausstellung viel Freude gemacht,“ stellte Museumsleiterin Sabine Weers bei der Eröffnung fest. Das lag auch mit daran, dass sehr viele Personen am Aufbau beteiligt waren bzw. Exponate zur Verfügung stellten. Ob Bootsmodelle, alte Klubjacken, Mitgliedsausweise, Regattapokale, Arbeitsdiensthefte, Ehrennadeln, Film- und große Mengen an Fotomaterial kamen zusammen, wurden gesichtet, ausgewählt und digitalisiert. Herausgekommen sei eine Ausstellung, so die Museumsleiterin, „die für Seebären und Landratten gleichermaßen interessant ist.“
Es gibt wohl kaum ein Verein, der so viele Höhen und Tiefen erlebt habe wie der SKJ, stellte dessen Vorsitzender Olaf Weers zur Eröffnung fest. Der Bau eines hölzernen Bootshauses in Eigenleistung, welches damals im Watt auf Stelzen errichtet wurde, drei Bootshäfen, die jedes Frühjahr mühselig von Schlick und Sand befreit werden müssen, zwei eigene Bootskäne, 70 durchgeführte Segelregatten, der SKJ gebe genug Material und Stoff für so eine Ausstellung. So freue er sich, das der Klub in diesem Jahr erstmalig auch eine „Zweigstelle im Loog“ hat und würde sich auch freuen, wenn auch viele Gastlieger im Sommer den Weg dorthin finden.
Schon vor dem Museum wird man auf die Ausstellung eingestimmt, denn hier wurde der alte Startmast der Segelregatten zusätzlich aufgestellt, im Eingang zur Ausstellung dann eine Schaufensterpuppe mit Elbsegler und SKJ-Klubjacke, die einst Albertus Poppinga vom Juister Pressehandel trug. Der Innenraum ist dann klar gegliedert von den Anfängen mit fünf Gründern im Jahr 1936, dem Bau des Bootshauses ab 1958 im Wattenmeer, der Ausbau des Bootshausschlotes zum ersten Bootshafen, der im Sommer 1977 geschlossen wurde, weil ein Deich davor gebaut wurde.
Unter der Rubrik „Hafenchronik“ sieht man dann den Bau des zweiten Hafens in doppelter Größe im Deichvorland (er befand sich dort, wo sich heute das Spülfeld nördlich vom jetzigen Bootshafen befindet) und dann den Bau von Seebrücke, Seezeichen und einem neuen und großen Bootshafen, der 2008 in Betrieb genommen wurde. Mit 170 Liegeplätzen konnte man jetzt endlich allen interessierten Juistern einen Bootsplatz anbieten, zudem stehen ausreichend Liegeplätze für Gastlieger zur Verfügung.
Etwas unscheinbar, aber der wichtigste Teil der Ausstellung ist ein Tisch, in dem ein Monitor eingelassen ist. Wer die Vorjahresausstellung besucht hat, kennt das Gerät bereits, per Fingerdruck kann man schnell und übersichtlich zu den Themen, die einen interessieren und wo man dann weitere Infos, Fotos oder Videos findet. Ob Vereinsfreuden wie Ansegeln, Geschwaderfahrten oder Regatten, alte Fotos aus vergangenen Zeiten, die Bauarbeiten an den Häfen und Bootshaus, welches später vergrößert wurde, alles kann eingesehen werden und man erkennt, was und wie sich alles im Laufe der Jahre verändert.
Eindrucksvoll hier die alten Schwarzweißaufnahmen, die Ende der 50er Jahre entstanden sind, und die zeigen, wie mühsam der Bau des Bootshauses im Watt war. Man musste die Pfähle erst von der Rinde entschälen, dann über den Deich bringen und einspülen. Alles ohne Baufahrzeuge und -maschinen und alles im Winter bei wenig optimalen Wetterverhältnissen. Und auch wenig bekannte Fakten werden erwähnt, z.B. dass man jahrelang einen Standort für das Bootshaus suchte und als erste Wahl galt eine Fläche westlich der „Schwarzen Bude“ (heute Bauhof). Auch ist wenig bekannt, dass das Projekt unter dem Namen „Jugendseglerheim“ geführt wurde, was beweist, dass man schon damals einige Haken schlagen musste, wollte man in den Genuss von entsprechende Fördermittel kommen.
Aber neben Fotos und Texten findet man viele Dinge aus dem Klubleben. So gibt es Schilder für die Hafenplätze, Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaften, Ehrenurkunden, ein Plan und Bootsschablonen, mit denen der optimale Belegungsplan für die Hallen im Winter erstellt wird, das Modell eines alten 20er-Jollenkreuzers, welches unser ehemalige Klubkamerad Eilt Eilts gebaut hatte, Protokoll- und Arbeitsdienstbücher, aber auch Siegerplaketten von den Segelregatten, Kaffeebecher und SKJ-Kunststoffmünzen zur Zahlung bei Regattabällen.
Im Laufe des Jubiläumsjahres will das Inselmuseum auch einige Lichtbildabende zum Ausstellungsthema anbieten, die dann von Olaf Weers, der seit 2012 den SKJ führt, abgehalten werden. Wenn Termine feststehen, werden wir diese hier auf der Startseite von unserer Homepage einstellen.
Die Ausstellung selbst kann während der Öffnungszeiten des Inselmuseums im Loogster Pad 29, besucht werden. Mo-Mi & Fr: 09:30 bis 13:00 Uhr und 14:30 bis 17:30 Uhr, Do 09:30 bis 13:00 Uhr, So 14:30 bis 17:00 Uhr, Sa geschlossen.
Das erste unserer Fotos zeigt das Logo der Ausstellung und dem SKJ-Jubiläumsjahr. Foto Zwei wurde bei der Ausstellungseröffnung aufgenommen und zeigt den SKJ-Vorsitzenden Olaf und Museumsleiterin Sabine Weers. Die nächste Aufnahme zeigt den Regatta-Startmast vor dem Museum. Es folgt eine Aufnahme vom Eingangsbereich, heute wird diese Jacke indes kaum noch getragen bzw. es gibt auch nicht mehr viele davon. Die weiteren Bilder wurde im Ausstellungsraum aufgenommen.
Es folgen noch eine Reihe von Fotos von den Häfen, Bootshaus und dem Klubleben mit Hauptversammlungen, Winterfesten (Segelerbälle), Maibaumaufstellen, Regatten mit Regattabällen und Preisvereilungen. Die letzten Bilder entstammen den Archiven, sie sind nur teilweise in der Ausstellung zu sehen, sollen aber hier Einblicke in das Vereinsleben vom SKJ geben.
TEXT: STEFAN ERDMANN
FOTOS: SAMMLUNGEN SKJ, JOACHIM RUST, STEFAN ERDMANN und MANFRED PETZKA, JANINA SIEBLITZ, HANS KOLDE
