11. September 2018
SKJ will sich an Aufstellung eines Museumsrettungsbootes beteiligen

 

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Der Gemeinderat der Insel Juist befasste sich auf seiner öffentlichen Sitzung am 05. September 2018 im Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ mit einem gemeinsamen Antrag, den der Segelklub Juist (SKJ) zusammen mit dem Heimatverein Juist gestellt hatten. Hiernach möchten diese gerne ein Museumsschiff auf der Insel aufstellen, wegen der langen Geschichte von Juist als Rettungsstation hat man ein ausgesondertes Rettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ins Auge gefasst. Der Rat stimmte dem nun Vorhaben zu.

„Bereits seit 1861 gibt es auf Juist eine Rettungsstation, durch die Aufstellung und Ausstellung eines Seenotrettungsbootes als Museumsschiff haben Gäste und Einwohner die Möglichkeit, ein Rettungsboot hautnah zu erleben“, so die Antragsteller. Das Museumsschiff soll begehbar sein und bei Führungen lasse sich an Bord sehr anschaulich über die die räumlichen und technischen Gegebenheiten informieren. Daher wollten Heimatverein und SKJ das Projekt auf der Insel gemeinsam realisieren, heißt es in dem Antrag, der von den beiden Vorsitzenden Thomas Koch und Olaf Weers unterzeichnet ist.

Das Boot sei ein maritimer Blickfang und sollte einen Standort erhalten, an dem es von weitem sichtbar ist, anspruchsvoll präsentiert werden kann, zentral liegt und gut erreichbar ist. Auch solle er sich in das Ortsbild einfügen und in die angrenzende Bebauung einfügen. Als idealen Standort, der alle Bedingungen erfülle, sehen die Antragsteller die Fläche südöstlich der Kreuzung Billstraße/Sonnenstraße/An´t Diekskant (neben den Telefonzellen schräg gegenüber der Bäckerei Remmers).

Vonseiten der Gemeinde wurden auch noch andere Standorte vermessen, die aber bei den Antragstellern nicht gewünscht wurden. So wurde ein Gestattungsvertrag über die Nutzung der gemeindeeigenen Fläche erarbeitet und dem Rat vorgelegt. Hans-Ludwig de Vries (CDU) äußerte Bedenken, ob denn das Boot auch entsprechende Pflege erhalten würde. Er erinnere sich an eine Lok der alten Inselbahn, die viele Jahre im Vordeichgelände stand und „kein Platz der Freude war.“ Diesen Einwänden widersprach Jan Doyen-Waldecker (Pro Juist), Heimatverein und SKJ wären die mitgliederstärksten Vereine auf der Insel, während der damalige Inselbahnverein nur aus einer handvoll Personen bestand. Zudem bestand die Lok seinerzeit aus Eisen und einer Blechverkleidung, das Rettungsboot aus seewasserbeständigem Aluminium.

Auch Bürgermeister Dr. Tjark Goerges hatte erst Zweifel, habe sich aber in verschiedenen Gesprächen mit den Antragstellern überzeugen lassen, dass diese Vereine das Schiff in einen ansprechenden Zustand erhalten würden. Auf keinen Fall würde sich die Inselgemeinde - sprich der Bauhof - dieses Projekt ans Bein binden. Goerges in seiner Schlussbetrachtung: „Es ist ein maritimes Objekt, das zur Insel passt, wir sollen das riskieren.“ Der Rat stimmte fast geschlossen für das Projekt, lediglich Gerhard Jacobs (CDU) gab eine Gegenstimme ab, ohne allerdings einen Grund für seine Ablehnung zu nennen.

Die DGzRS in Bremen bestätigte in einem Gespräch mit der Juister Internet-Zeitung JNN – JUIST NET NEWS, dass eine Anfrage von der Insel Juist nach einer außer Dienst zu stellenden Rettungseinheit zum Zwecke der öffentlichen Aufstellung vorliegt. „Ein entsprechendes Konzept kennen wir bisher noch nicht. Unser Geschäftsführer hat einen geplanten Juist-Besuch für die Zeit nach den Sommerferien vorgesehen. Bisher war er noch nicht auf der Insel“, so DGzRS-Pressesprecher Christian Stipeldey. Und weiter: „Vor Ort konnte mit den Initiatoren also noch nicht über Aufstellungsort und -konzept gesprochen werden“.

Wie SKJ-Vorsitzender Olaf Weers dazu ausführte, wurde mit DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler vereinbart, dass der Besuch und das Gespräch auf Juist erst stattfinden, wenn die Sache mit dem Grundstück bei der Gemeinde in trockenen Tüchern sei. Das sei nun der Fall und Stadeler will noch im Laufe des Septembers nach Juist kommen.

Grundsätzlich gilt, dass im Falle von Außerdienststellungen der Verlauf stets die erste Priorität habe. Käme dieses nicht infrage, freue sich die DGzRS, wenn außer Dienst zu stellende Rettungseinheiten der Seenotretter von Dritten in gutem Zustand erhalten werden und als technische Denkmale von der oft gefahrvollen Arbeit der haupt- oder ehreamtlichen Besatzungen auf See künden.

Wie einige Ratsmitglieder vertrat auch Stipeldey die Ansicht, dass es nur im Sinne der DGzRS sei, wenn diese Schiffe auch einen gepflegten Eindruck erwecken würden. Als besonders lobenswerte Beispiele für tadellos gepflegte Boote nannte er Dornumersiel und Langeoog, er konnte leider auch zwei weitere Beispiele nennen, wo diese Schiffe – um es noch mal mit den Worten von Ratsherrn de Vries zu sagen - „kein Platz der Freude“ seien. „Erhalt und Pflege außer Dienst zu stellender Rettungseinheiten gehören auch nicht zu den satzungsgemäßen Aufgaben der DGzRS, weshalb sich unsere Gesellschaft daran nicht beteiligen kann“, stellte Stipeldey klar.

Vom Segelkub und Heimatverein wurde bereits der Name „Siegfried Boysen“ gehandelt, dieses Boot war von 1973 bis 2000 in Neuharlingersiel stationiert. Das konnte der DGzRS-Sprecher derzeit so nicht bestätigen, denn es gibt noch das Schwesterschiff „Eduard Nebelthau“. Beide Boote werden zurzeit als Ausbildungsschiffe auf der DGzRS-Ausbildungsstation Neustadt i. H. eingesetzt, sollen aber in absehbarer Zeit durch modernere Boote ersetzt werden. Stipeldey: „Bisher hat unsere Inspektion noch keine Entscheidung darüber getroffen, welche der beiden Einheiten als erste außer Dienst gehen wird.“

Die baugleichen Schiffe haben eine Länge von 12,2 Metern und sich drei Meter breit. Beide Boote sind während ihrer aktiven Zeit als Rettungseinheit nie auf Juist gewesen. Derzeit gibt es auch auf unserer Nachbarinsel Norderney Bestrebungen, den früheren Norderneyer Rettungskreuzer „Otto Schülke“ vor dem Hochofen zu bewahren und als Museumsschiff zur Insel zurück zu holen.

Ein Foto zeigt die beiden Rettungsboote „Siegfried Boysen“ und „Eduard Nebelthau“ an ihrem derzeitigen Liegeplatz bei der Ausbildungsstation Neustadt in Holstein. Wenn alles klappt, wird eines dieser Schiffe seinen letzten Ruheplatz auf Juist finden.

Ein weiteres Foto zeigt den Bereich am Westeingang vom Ort, wo das Museumsboot seinen Platz bekommen soll. (Mit Dank an den „Fähringerhof“) Die anderen drei Archivfotos zeigen Beispiele auf, wie es aussieht, wenn alte Rettungseinheiten als Museumsschiffe an Land stehen. Die Fotos entstanden in Dornumersiel, auf Langeoog und Wangerooge.

TEXT: STEFAN ERDMANN FOTOS (4):STEFAN ERDMANN

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